#133_Mitten im Leben
Shownotes
Wann ist Jugend wirklich vorbei? Mit 18 – oder doch erst Mitte 20? Und warum fühlt sich Erwachsensein für manche nach Freiheit an, für andere nach Verantwortung, Besitz und „Festgelegtsein“?
In dieser Episode sprechen Anja Sina Scheer und Kathrin Herrmann über die Phase „Mitten im Leben“: über den Übergang nach der Pubertät, darüber, wie Kindheitsmuster weiterwirken, und warum zwischen 20 und 40 oft die zentrale Klärungs- und Aufbauphase liegt.
Außerdem geht es um gesellschaftliche Trends, generationale Prägungen (Sicherheitsbedürfnis nach Krisenzeiten), Epigenetik und die Frage, warum Prozesse heute oft schneller kippen als früher – bis hin zu einem kurzen Blick auf Sucht als Spannungsregulation. Das nimmst du mit:
- Warum Jugend energetisch oft bis Mitte 20 nachwirkt
- Wie unterschiedlich Erwachsensein erlebt wird (Freiheit vs. Verantwortung)
- Wie Kindheitsstrategien im Erwachsenenleben weiterlaufen
- Warum 20–40 oft die zentrale „Was mache ich daraus?“-Phase ist
- Generationenprägungen & Polaritäten: Sicherheit vs. Selbstentfaltung
- Warum Veränderungsprozesse heute oft schneller und radikaler verlaufen
- Sucht als Versuch, innere Spannung kurzfristig zu regulieren
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Seit über 15 Jahren begleitet Anja Sina Scheer mit Creative Change Works Menschen auf ihrem Weg zu mehr Lebensqualität, Erfüllung, innerem Frieden und Erfolg. Unsere energetischen Methoden helfen dabei, tiefgreifende Veränderungen bewusst und nachhaltig zu gestalten. Tausende Menschen haben bereits ihre persönliche Transformation erlebt – bist du bereit für deine?
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode unseres Creative Changeworks Podcast mit
00:00:04: der lieben Katrin Herrmann und mit mir Anja Sina Sheer.
00:00:07: Wir sind ja noch mitten in unserer Lebensphase.
00:00:10: Episodenreihe, so kann man sagen. Und wir haben ja schon über die Geburt, die Kindheitsphase,
00:00:18: die frühkindliche Phase und eben auch dann Kindheit, Pubertät gesprochen. Und jetzt
00:00:22: geht es um die Zeit mitten im Leben. Das heißt, Pubertät ist überwunden, mehr oder
00:00:29: weniger. Das ist auch immer so ein bisschen
00:00:30: diskussionswürdig. Wann genau ist die Pubertät überwunden?
00:00:34: Und dann geht es rein, mitten ins Leben
00:00:36: als Erwachsene.
00:00:00: Etwas, was viele sicher auch als Kinder wünschen. Das hatte ich in unserer tatsächlich
00:00:42: Kindheitsepisode wollte ich das eigentlich noch ansprechen, Weil das finde ich schon
00:00:47: auch immer spannend, dass Kinder ja oft sagen Ich will erwachsen werden. Also dieser
00:00:51: Wunsch, groß zu werden und erwachsen zu werden ist schon auch immer echt spannend.
00:00:00: Und ich hatte das zum Beispiel massiv. Ich habe immer gesagt ich bin schon groß,
00:01:00: so ab vier.
00:01:01: Ich brauche niemanden mehr,
00:01:02: Ich komme alleine durchs Leben, Ich kann laufen, ich kann essen.
00:01:06: Jetzt könnt ihr mich frei lassen.
00:01:08: Aber jetzt ohne Witz ist es natürlich tatsächlich so, dass das echt ein Bestreben
00:01:13: auch von den Kindern ist und eben dann auch gerade in der jugendlichen Phase ja oft
00:00:00: auch interessant zu beobachten ist. Auf der einen Seite oft so dieses Ding, ich will
00:00:00: alles alleine machen und dann kommen aber doch wieder die Grenzen und werden die
00:01:25: Grenzen aufgezeigt. Und ja und dann ist immer die Frage, wie ist es dann, wenn es
00:01:31: wirklich soweit ist? Rein rechtlich gesehen sind wir hier in Deutschland mit 18 volljährig
00:01:37: und damit auch mündig, für uns selbst wirklich alle Verantwortung zu übernehmen.
00:01:42: Das ist in anderen Ländern ein bisschen anders.
00:01:44: Kannst du da was zu sagen, wie es aus psychologischer Sicht ist, wann da
00:01:48: die
00:01:49: Jugend Pubertät
00:01:50: richtig abgeschlossen ist, Gibts da was?
00:01:53: Jetzt so aus dem Effeff bin ich ehrlich gesagt überfragt. Ich meine, dass es auch
00:01:58: von, also biologisch von Frauen zu Männern unterschiedlich ist und das der Männer
00:02:03: die Pubertät oft auch noch mal ein bisschen später bzw länger erleben, so bis zum
00:02:07: 21. Lebensjahr. Wenn ich mich nicht ganz täusche
00:02:09: und bei Frauen das früher abgeschlossen ist.
00:02:12: Ja, aber bin ich keine Expertin.
00:02:14: Aber wird ja auch glaube ich oft gesagt, so dass Jungs ja Spätzünder sind.
00:02:19: Genau im Verhältnis zu Mädchen und Mädchen oft 2 bis 3 Jahre voraus sind.
00:02:23: Energetisch gesehen ist tatsächlich also kann man wirklich sagen gut bis Mitte 20
00:02:28: ist bei vielen so die Grundströmung noch aktiv,
00:02:33: dann geht es wirklich quasi in den nächsten Zyklus über. Bei manchen halt ein bisschen
00:02:39: früher. Es ist immer individuell und bei manchen dauert es ein bisschen länger und
00:02:42: dann eben mitten im Leben.
00:02:44: Das heißt Konfrontation mit dem, wie es wirklich ist. Und dann ist wieder die Frage
00:02:49: Wie ist es wirklich als Erwachsener?
00:02:51: Ja, ich weiß nicht. Wir haben ja das letzte Mal so ein paar persönliche Einblicke
00:00:00: in die Kindheit gegeben.
00:00:00: Also ich wäre bereit, auch für Einblicke in mein Erwachsensein.
00:03:00: Ich weiß nicht, wie es bei dir.
00:03:01: Soll ich mal starten?
00:03:02: Wann hast du.
00:03:03: Wann hast du dich richtig erwachsen gefühlt?
00:03:06: Ja, das ist echt witzig. Das habe ich nämlich letztens erst Realisiert. Und zwar
00:03:10: war es bei mir ja so ich bin mit 19 ja direkt mal ans andere Ende der Welt nach Australien
00:03:14: und war dann
00:03:15: erst mal drei Jahre auf Weltreise
00:03:17: und drei Jahre
00:03:18: und habe dann
00:03:21: eigentlich wie so ein bisschen so eine Angst vorm Erwachsensein entwickelt, weil
00:03:25: ich eben Erwachsenwerden so sehr damit gekoppelt habe mit irgendwie an einem Ort
00:03:30: leben und Dinge besitzen und Verpflichtungen haben. Und das war dann ganz witzig,
00:03:35: als ich dann angefangen habe mit dem Studium,
00:03:37: das war im Oktober zum Wintersemester und im November habe ich ja Geburtstag, hat
00:03:42: mir dann meine Tante so ein Tischset mit Tellern und Schüsseln und Tassen usw geschenkt
00:03:49: und das hat mir die totale Beklemmnis ausgelöst, weil ich da so einen Widerstand
00:03:54: hatte, Dinge zu besitzen, weil ich halt davor irgendwie immer mit meinen 16 Kilo
00:03:59: Reiserucksack unterwegs war
00:04:01: und mir ein unheimliches Freiheitsgefühl gegeben hat.
00:04:04: Und dann ging es wirklich weiter zu. Als ich dann schon in der Schweiz gelebt habe,
00:04:09: hatten wir halt so ein WG Haus und wir haben da halt nie abgeschlossen. Deswegen
00:04:13: hatte ich auch nie einen Schlüssel bei mir. Ich hatte keinen Fahrradschlüssel, welchen
00:04:17: Fahrradschloss mit einem Zahlenschloss habe und ich hatte nie einen Schlüssel. Und
00:04:21: dann sind wir umgezogen. Meine jetzige Mitbewohnerin und ich. Und dann musste ich
00:04:26: immer einen Hausschlüssel mitnehmen. Und auch das war die
00:00:00: totale,
00:00:00: totale Gefühl von Verantwortung, was ich nicht wollte.
00:04:32: Und da muss ich jetzt immer drüber lachen, wenn ich meinen Schlüsselbund sehe, mit
00:04:36: meinem
00:00:00: Schlüssel, mit meinem Ambulanzschlüssel, mit meinem weiteren Schlüssel und mache.
00:04:41: Und so weiter und so fort. Da habe ich manchmal das Gefühl Ja, ich bin erwachsen
00:04:45: geworden.
00:04:46: Das heißt, was würdest du sagen, in welchem Alter bist du im Erwachsenenalter angekommen.
00:04:51: Für dich. Ich würde sagen,
00:04:53: mit 28 29.
00:04:55: Danke.
00:04:56: Echt spannend. Ich glaube.
00:04:57: Ich glaube. Recht spät.
00:04:58: Ja.
00:04:58: Ja.
00:04:58: Da muss ich sagen. Bilde ich jetzt definitiv den Gegenpol? Weil
00:00:00: ich. Ähm.
00:00:00: Ich wäre eigentlich schon voll gerne mit 18 gleich ausgezogen, konnte es mir aber
00:05:08: schlichtweg nicht leisten. Aber ich habe schon immer vorher geplant. Das heißt, ich
00:05:12: habe angefangen, mir Geschirr zu kaufen.
00:00:00: Ich habe echt schon immer lauter so Sachen mir besorgt.
00:00:00: Ich dachte ja, irgendwann ist es soweit und dann werde ich es brauchen und lieber
00:05:21: schon haben als dann erst müssen. Und von daher ich war schon, würde ich schon sagen,
00:05:28: immer recht.
00:05:29: Ähm.
00:05:30: Also ich hatte nie ein Problem mit Verantwortung. Ich habe das auch immer gern gehabt,
00:05:34: Verantwortung zu übernehmen und zu tragen Und
00:00:00: habe mich von daher aber auch schon immer ziemlich. Also wie gesagt, ich habe es
00:05:43: glaube ich ja schon erzählt, er habe es ja vorhin schon erzählt. Bei mir war es schon
00:05:46: immer so, das Gefühl ja, kann ich schon, kann ich schon. Und so ein gewisses gewisser
00:05:51: Anteil in mir war schon immer sehr erwachsen
00:05:53: und das hat sogar meine Mutter mal gesagt. Das war
00:05:56: einfach aufgrund der ganzen Situationen mit der Geburt meiner meiner Geschwister,
00:00:00: wo ich dann eine Zeit lang relativ lange sie nicht sehen konnte,
00:00:00: wo sie im Krankenhaus war und sie dann auch gesagt hat, ich war vorher immer so ein
00:06:09: bisschen der Sonnenstrahlen Sonnenschein. Also ich habe immer nur geleuchtet und
00:06:14: gestrahlt und immer ganz viel gelacht und die Zeit war halt schon so ein bisschen
00:06:18: einschneidend.
00:06:19: Und irgendwie bin ich dann so ernsthaft geworden und von daher so eine ernsthafte
00:06:23: Seite auch die Verantwortung übernimmt. Hat sich relativ früh bei mir herausentwickelt
00:06:28: und dann halt noch mehr verbunden noch mit der kindlichen Dynamik also. Deshalb war
00:00:00: ich nicht immer alles bierernst. Und ich habe es auch in der letzten Folge schon
00:00:00: gesagt Ich war immer die, die im Unterricht wegen ihrer Lachflash total gestört hat.
00:06:42: Aber so Verantwortung übernehmen wollte ich schon immer und war ich auch schon immer
00:06:46: irgendwie aktiv und von daher war es bei mir glaube ich ein sehr fließender Übergang
00:06:52: und.
00:06:53: Also ich würde sagen, so das Gefühl von erwachsen zu sein war schon so mit 17 18
00:06:59: sehr in mir und
00:07:02: eben da auch ich hatte dann einen Job und dann Ausbildung und dann habe ich ja nebenbei
00:00:00: dann noch studiert und war einfach so so ausgerichtet, halt irgendwie was zu bewegen
00:07:13: und
00:07:14: von daher
00:07:14: war ich da ein bisschen früher dran, würde ich sagen. Also ich glaube, so die ersten
00:07:19: erwachsen also wirklich das Gefühl, jetzt bin ich erwachsen. Das war wirklich so
00:07:22: in der Zeit.
00:07:23: Mit wie viel Jahren hast du dich selbstständig gemacht?
00:07:26: Ich glaube, mit 25.
00:07:27: Wow. Okay.
00:07:28: Ja.
00:07:28: Na ja, und dann hatte ich halt auch. Dann hatte ich schon zweimal länger gearbeitet.
00:07:33: Und davor eben ja auch schon immer. Also ich habe habe schon auch
00:07:39: selten Dinge gehabt, wo ich nur kurz was gemacht habe. Also ich habe während der
00:07:43: Schulzeit im Hotel gearbeitet, ich glaube vier Jahre oder so was. Und da er auch
00:07:47: alle Stationen mal durchgemacht und da dann halt auch Verantwortung übernommen. Das
00:00:00: heißt, dann habe ich die Rezeption abends übernommen und die Bar übernommen und dann
00:00:00: das Absperren übernommen. Also so dieses Ding von Ich trage die Verantwortung auch
00:08:01: für den Laden in Anführungsstrichen oder halt auch, weil meine Mutter ist dann, nachdem
00:08:06: meine Eltern sich getrennt haben, wieder arbeiten gegangen, hat dann Nachtdienste
00:08:09: gemacht. Meine Schwestern waren halt oder sind drei Jahre jünger.
00:00:00: Es war dann schon auch immer, dass ich so das Gefühl hatte okay, ich habe die Verantwortung.
00:08:16: Dann auch das, dass alles gut läuft. Und
00:08:18: genau von daher glaube ich, hatte ich schon sehr früh einen
00:08:21: sehr erwachsenen Anteil in mir und trotzdem halt diesen kindlichen und
00:08:26: bin da halt irgendwie dann auch
00:00:00: einfach. War ein sehr fließender Übergang
00:00:00: und daher halt auch noch nie irgendwie
00:00:00: so dieses was du jetzt gesagt hast. So Problem mit Verantwortung
00:00:00: kenne ich jetzt nicht so,
00:00:00: aber ich kann es.
00:08:38: Aber ich kann es schon auch irgendwie nachvollziehen. Also es ist ja auch schön,
00:08:42: diese Freiheit zu haben. Das habe ich mir jetzt die letzten
00:08:46: ja auch die Jahre eigentlich erst so
00:08:48: nach entwickelt,
00:08:49: kann man sagen, also
00:00:00: so.
00:00:00: So Lebensfreiheiten auch zu schaffen, wo ich sage, okay, da ist es wirklich ganz
00:08:55: leicht und ohne das Gefühl Verantwortung tragen zu müssen. Das
00:09:00: war dann eher so das Ding. Aber da kommen wir eben gleich auch wieder. Wie wirkt
00:09:04: sich eben zum Beispiel dann auch die Kindheit aufs Erwachsenenalter aus? Wir hatten
00:09:09: ja das letzte Mal schon drüber gesprochen. Strategien, die eben auch in der Kindheit
00:00:00: schon entwickelt werden und
00:00:00: wo definitiv eben auch persönliche Erfahrungsmuster dann halt weiterhin zur Prägung
00:09:20: werden können. Das kann zum Beispiel auch sein, dass man ausbrechen will, muss ich
00:00:00: auch sagen. Also ich kenne das schon auch so in meinem Teenageralter, wo ich dann
00:09:29: so Phasen hatte, wo ich auch ganz gezielt wirklich Ausbrüche gemacht habe, also wo
00:09:35: ich dann wirklich geschaut habe, dass ich das für Phasen oder für Momente einfach
00:09:39: gar nicht hatte. Also jetzt nicht krasse Drogenerfahrung oder so, aber
00:09:42: einfach habe meine Wege gefunden, wo ich dann mal leicht sein konnte, ohne das Gefühl
00:09:48: zu haben,
00:09:48: es hat alles irgendwelche Konsequenzen und
00:09:51: Immer so in dem
00:09:52: in dem trotzdem noch guten Rahmen aber
00:09:54: trotzdem
00:00:00: ein Gegenpol zu zu finden. Und
00:00:00: dann eben die Frage Und was macht man damit?
00:10:00: Was macht man damit dann auch nachhaltig und langfristig? Und ich glaube, das ist
00:10:05: ja am Ende des Tages auch im Erwachsenenalter. Okay, du hast, du hast es bis dahin
00:10:10: geschafft im Leben. Und jetzt ist die Frage Was hast du alles? Was hast du mitbekommen,
00:10:15: Was hast du selber
00:10:16: von dir aus auch an Potenzialen und quasi mal alles
00:10:20: aufs aufs Spielfeld zu legen und zu schauen? Und was mache ich jetzt mit dem Ganzen?
00:10:24: Das ist ja so eigentlich die Frage, die man anfängt sich zu stellen und die halt
00:10:29: dann auch
00:10:30: präsenter wird und bei manchen
00:10:32: halt einfach noch so die die Prägung der Gesellschaft also da auch jetzt so in meinem
00:10:37: Alter.
00:10:37: Ich habe jetzt neulich mal wieder Klassenkameraden gesehen,
00:10:41: Die halt so einen sehr klassischen Weg eingeschlagen haben mit Studium, Familie,
00:10:47: Arbeiten, Kinder so alles so unter einen Hut bringen. Wo ich jetzt schon eher
00:10:53: die außergewöhnlichere Variante gewählt habe in meinem Leben.
00:10:58: Aber wo ich mir auch wieder gedacht habe, ist schon spannend. Und dann irgendwann
00:11:02: kommen aber diese Fragen und die habe ich mir halt als Jugendliche schon gestellt
00:11:06: Was will ich wirklich? Stimmt das für mich? Für mich war das damals schon, das kann
00:11:10: ich nachvollziehen, wie du auch gesagt hast, so dieses Gefühl, so fest zu sein und
00:11:15: irgendwie
00:11:16: an einer Stelle fest zu packen und dann nicht mehr rauszukommen.
00:11:19: Das hatte ich und hatte dann eine kurze Phase der Transformation,
00:11:23: wo ich mir das kurzzeitig auch gewünscht habe und dann aber gemerkt hat Nee, das
00:11:28: passt überhaupt gar nicht zu mir. Und
00:11:31: dann war es eigentlich mit dem Lebensmodell auch für mich durch und das habe ich
00:11:35: auch nie bereut. Aber
00:00:00: wo ich sagen muss, ich finde es jetzt ganz spannend, wenn man so Menschen betrachtet
00:00:00: und begleitet über die Zeit, die halt auch so im gleichen Alter sind wie diese Fragen,
00:11:48: die ich mir halt sehr früh angefangen habe zu beantworten und sehr viel reflektiert
00:11:52: habe. Jetzt halt kommen
00:11:54: so Anfang Ende 30 Anfang 40 rum.
00:11:57: Fand ich auch, finde ich auch sehr spannend zu beobachten.
00:12:00: Ja,
00:00:00: ja, das ist schon generell auch einfach super spannend, wenn man sich da mal intensiver
00:00:00: damit befasst, was denn
00:12:06: so an Prägungen mitgegeben wurde von den Eltern. Aber klar, natürlich irgendwie auch
00:12:11: gesellschaftlich. Das weiß ich auch noch, als ich 30 wurde. Boah, habe ich da einen
00:12:15: Druck gespürt von Leuten, die dann gefragt haben Und hast du eine Partnerschaft?
00:12:19: Bist du verheiratet? Kinder?
00:12:22: Das war richtig crazy.
00:12:23: Genau.
00:12:24: Und da halt auch.
00:12:25: Ja, manchmal denke ich mir, irgendwie wünsche ich es eigentlich auch jedem. Zum Beispiel
00:12:28: mal irgendwie Psychotherapie zu machen und sich halt auch wirklich mal intensiver
00:12:32: mit diesen Prägungen oder Mustern auseinandersetzen zu können und
00:12:37: da vielleicht ein bisschen tiefer einzutauchen. Und wie du sagst zu schauen, was
00:12:40: will ich denn wirklich und
00:12:42: was ist da vielleicht irgendwie noch in mir.
00:12:44: Naja, und da ist eben schon auch und ich glaube, das ist auch ein Wandel wieder der
00:12:50: Gesellschaft aus dem Wandel der Energie,
00:12:53: auch in dieser Zeit, wo man ja eben auch sieht, viele, die aus der Schule kommen,
00:12:57: die dann erstmal eben reisen gehen und sich überhaupt nicht so festlegen. Bei mir
00:13:01: war es definitiv, dass ich einen Großteil aller Mitschüler total festgelegt hat und
00:13:06: dann Großteil studiert hat, ein paar Ausbildungen gemacht und nur ganz, ganz wenige
00:13:11: sind auf Reisen gegangen und das habe ich dann irgendwann festgestellt. Auch glaube
00:13:14: ich, teilweise im Austausch mit dir, wo ja viel viel mehr dann auch später,
00:00:00: so
00:00:00: glaube ich so ein bisschen zehn Jahre ungefähr Unterschied
00:13:22: wo wo sich das schon gewandelt hat. Und ich glaube auch jetzt ist es noch mal ganz
00:13:27: anders. Eben auch wenn ich jetzt Menschen anschaue, die so Mitte 20 oder gegen Ende
00:13:33: 20 sind, die teilweise schon drei vier Ausbildungen gemacht haben und einfach so
00:13:39: ständig am weiterschauen
00:13:40: sind und wo kann ich noch hin
00:00:00: und wo kann ich noch hin, wo eben vieles sich gar nicht mehr so tief festlegt und
00:13:47: dann erstmal eine ganze Zeit auf dieser Spur fährt, sondern es einfach viel mehr
00:13:51: auch in eine Form von Ausdehnung und Entfaltung kommt, als es
00:13:55: vor ein paar Jahren eben noch der Fall war.
00:00:00: Ja,
00:00:00: würdest du denn sagen, dass sich das verändert hat im Sinne von, dass Menschen früher
00:14:03: irgendwie auch noch mehr darauf bedacht waren, was sie vielleicht auch so
00:14:07: an die nächste Generation weitergeben können oder dass sie sich mehr damit auseinandergesetzt
00:14:12: haben, wirklich auch was zu erschaffen, weil dafür braucht es ja eigentlich auch
00:14:17: diese Tiefe.
00:14:18: Ich weiß es nicht. Also weil ich habe mich jetzt auch gerade noch mal viel mit diesen
00:14:23: Generationsthematiken beschäftigt.
00:14:25: Jetzt eben Großelterngeneration, Elterngeneration, jetzt meine Generation und jetzt
00:14:31: auch. Die kommen, also nachfolgende Generation.
00:14:34: Und
00:14:34: ich
00:14:35: empfinde es schon so, dass halt viel von dem ich möchte was aufbauen, was bleibt
00:14:41: schon auch ein Stück weit durch die Unsicherheiten, die in den vorhergehenden Generationen
00:14:46: einfach auch durch die geschichtlichen Geschehnisse waren, gekommen sind nach einer.
00:14:52: Ich meine jetzt die Zeit vom zweiten Weltkrieg dann
00:14:55: also ich glaube väterlich. Mein
00:14:58: Großvater, der war sogar schon im Ersten Weltkrieg. Also der war irgendwie Jahrgang
00:15:03: 1909 oder sowas. Der hat quasi als Kind auch schon den ersten Weltkrieg miterlebt
00:15:08: und das macht ja was.
00:15:10: Und eben gerade zum Beispiel Großeltern an Enkel.
00:15:13: Da ist ja auch diese Weitergabe noch mal spezifisch, auch bekanntermaßen intensiver
00:15:20: und direkter und gar nicht immer unbedingt so sehr Eltern, Kinder jetzt rein aus
00:15:25: der systemischen Linie. Und ich
00:15:28: empfinde es schon so, dass halt diese ganzen Zerrüttungen und Unsicherheiten, die
00:15:33: halt auch durch die Geschehnisse in dieser Zeit waren,
00:15:36: eine besondere Form von Festigkeit auch gerade in dieser Aufbauphase waren. Und da
00:15:41: habe ich mich mit verschiedensten Persönlichkeiten auch außerhalb meiner Familie
00:15:44: beschäftigt. Und
00:15:46: ähm,
00:15:47: wo wir wollen was Beständiges. Wir wollen auch was Sicheres und auch was Ruhiges,
00:15:52: auf eine Weise, wo man weiß, was man hat und dann in dem Rahmen umgehen. Und ich
00:15:57: glaube schon, dass
00:15:58: oder es ist meine Wahrnehmung, besser gesagt, dass diese Muster Strukturen halt auch
00:16:04: jetzt noch wirken
00:16:05: und aber das Ganze dann in Konfrontation sozusagen auch mit der Freiheitsdynamik
00:16:10: gebracht wird und daher eben auch oft so diese Zerrissenheit zwischen
00:00:00: ähm,
00:16:16: eigentlich spüre ich das in mir, aber ich müsste doch, also das jetzt gerade auch
00:16:20: in,
00:16:20: sag ich jetzt mal noch unserer Generation noch stärker ist und in den
00:16:24: ich glaube das halt jetzt in der darauffolgenden Generation der Ausdruck sehr viel
00:16:29: stärker wird von ich entscheide mich in die Richtung von Sicherheit Stabilität, weil
00:16:35: ich jetzt gerade auch so wieder weil jetzt wieder so eine Welle ist, wo viele so
00:16:38: dieses alte Familienmodell
00:16:41: verfolgen, wo es eben heißt, die Frauen gehören traditioneller
00:16:45: Weise nach Hause und sind dafür da, dem Mann einen guten,
00:16:49: gutes Zuhause zu bieten und die Kinder zu erziehen. Und die haben nicht zu arbeiten
00:16:53: und sich nicht da zu erfüllen, sondern das ist ihre Erfüllung. Ist ja jetzt gerade
00:00:00: wieder so eine Trendwelle, wo das ganz stark wird.
00:00:00: Also ich weiß nicht, wie viel das.
00:17:01: Ja genau, ich vergesse den Begriff immer. Aber wo ich mir auch denke, das ist ja
00:17:06: eben genauso ein Ausdruck von dieser Festigkeit. Und auf der anderen Seite aber auch
00:17:10: ganz, ganz viele, die eben unheimlich viel Freiheit suchen und Flexibilität suchen
00:17:15: und eben auch
00:17:16: keine Partner haben, keine also noch nicht verheiratet sind und vielleicht auch gar
00:17:21: nicht sich entscheiden, Kinder zu bekommen
00:17:23: und halt wirklich ein sehr bewegt. Also sehr viel bewegteres Leben führen und das
00:17:27: aber auch gewählt. Und das ist so ein bisschen meine Beobachtung und ich nehme an,
00:17:32: dass es tatsächlich da einen Zusammenhang gibt aus aus dieser Beobachtung.
00:17:36: Dass das halt auch so ein Stück weit diese Polaritäten, die halt auch gerade in der
00:17:41: Zeit sehr stark sind, auch mitträgt.
00:17:45: Und eben Epigenetik ist ja auch jetzt einfach wirklich auch ein Begriff, der immer
00:17:50: mehr kommt und wo immer auch deutlicher wird, wie eben auch Veranlagungen genetischer
00:17:55: Natur bzw. Da genetische Prägungen dann auch sich auf unsere Verhaltensmuster, unsere
00:18:01: Emotionen usw auch auswirken. Und das finde ich schon
00:00:00: ein
00:00:00: einen essentiellen Punkt in dem Ganzen.
00:18:08: Stimme ich jetzt
00:18:08: halt auch gerade in Konfrontation mit ständig Lebensgefahr. Also muss man einfach
00:18:13: auch sagen mit dieser ganzen Zeit, also 20er Jahre, ja
00:18:17: dann Wirtschaftskrise, Weltwirtschaftskrise, dann eben Übergang, dann in
00:18:22: einen zweiten Weltkrieg. Ich meine, das sind
00:00:00: schon sehr,
00:00:00: ähm,
00:18:27: also auch körperlich, also Nervensystem technisch. Also wenn man jetzt mal auf der
00:18:31: Epigenetik Ebene bleibt, waren das sehr große Herausforderung und man gewöhnt sich
00:18:35: ja auch an den Modus. Aber die Energie ist ja da und das ist natürlich auch im systemischen
00:18:41: Feld, auch vom energetischen her. Und
00:18:44: die Weiterentwicklung ist halt oft, dass es sich dann quasi
00:18:47: in den Polaritäten zeigt. Und dann ist wieder die Frage, was macht man? Und am Ende
00:18:52: geht es ja immer auch um eine Mitte. Das heißt eben auch zu merken, okay, ich kann
00:18:55: frei sein
00:18:56: auch zum Beispiel wenn ich auch ein Bedürfnis von Stabilität trotzdem Raum gebe.
00:00:00: Also du hast ja mittlerweile auch einen Wohnungsschlüssel und fühlst dich nicht gefangen.
00:00:00: Und musst dann phasenweise halt dieser eine Anteil einfach mehr hervortritt und andere
00:19:11: Phase halt dann der andere. Und jetzt wie du
00:19:14: auch mit dem Reisen und und so halt viel diese Freiheitserfahrung ausgekostet hast
00:19:20: und dann sich das ja trotzdem auch in ein Jetzt hast du einen Job und du hast dein
00:00:00: Studium abgeschlossen und bisher nicht voll der Aussteiger, sondern da ist ja trotzdem
00:00:00: auch eine Grundstabilität auch im Leben und hast jetzt auch andere Werte, als du
00:19:34: es eben vor zehn Jahren noch verfolgt hast.
00:19:36: Ja,
00:00:00: und ich glaube eben gerade so eben die Phase tatsächlich bis zwischen 20 und 40 ist
00:00:00: da halt.
00:19:46: Mal entscheidend. Und dann hat man meistens eben und das ist ja auch die Phase, wo
00:19:49: es dann oft so in die Midlife Crisis geht,
00:19:52: wo viele, die zum Beispiel sich entweder sehr festgelegt haben, dann in das Ausbrechen
00:19:58: kommen oder die vorher überhaupt
00:20:02: keinen,
00:20:02: keinen Boden quasi hatten und so nur in diesem Freien sein wollten, auf einmal so
00:20:07: das Bedürfnis. Sie verpassen was, weil sie keine Familie gegründet haben und jetzt
00:20:11: muss das unbedingt. Also so, wo so ein Richtungswechsel oft einfach auch stattfindet.
00:20:17: Wo es dann oft sehr schnell geht.
00:20:18: Ja, genau. Ja,
00:20:20: stimmt ja.
00:20:21: Ich muss sagen, ich habe jetzt
00:20:22: gesehen
00:20:22: und ich habe also auch da echt jetzt in letzter Zeit ein paar Leute gehabt, die das
00:20:27: halt auch massiv. Also es ist nicht immer 40, aber energetisch leitet sich da meistens
00:20:32: schon ein und es kommt halt dann meistens so zwischen 40, 45 wird es, wird es intensiver
00:20:38: und kommt quasi hoch. Und da ist halt auch wieder die Zeitenergie. Es lässt sich
00:20:43: nicht mehr so gut wegdrücken, weil früher war so das Gegenhalten gegen diese Dynamik
00:00:00: und auch die Angst vor dem Bruch viel stärker.
00:00:00: Und jetzt lässt sich das aber nicht mehr so gut halten. Und deshalb kommt es bei
00:20:56: vielen auch oft jetzt massiv, intensiv und total überraschend. Und dann so richtig
00:21:01: so
00:21:01: Es dreht sich eben total schnell und ist so komplett Wandel innerhalb von kürzester
00:21:06: Zeit.
00:21:07: Wo sich dieser Prozess in früher sehr, sehr, sehr viel länger hingezogen hat und
00:21:12: eben auch besser
00:21:13: zurückgehalten werden konnte.
00:21:15: Was eben aber auch früher aus meiner Sicht dann auch im weiteren Verlauf des Erwachsenenlebens
00:21:21: halt mehr dazu geführt hat.
00:21:22: Dass eben Anteile von einem selber sich mehr abgespalten haben. Also die wurden wirklich
00:21:27: mehr
00:21:27: abgespalten, unterdrückt und kamen dann zum Beispiel in der letzten Lebensphase dafür
00:21:33: wieder voll hoch und dann halt durch alle möglichen Schichten. Aber da wenn man in
00:21:39: der nächsten Folge glaube ich noch mal ein bisschen drüber sprechen.
00:21:42: Ja.
00:21:42: Ja. Spannend.
00:21:43: Ja, ich. Ich dachte irgendwie gerade
00:21:45: auch so ein bisschen an
00:21:46: vielleicht
00:21:47: Ursachen von zum Beispiel Suchterkrankungen,
00:21:49: weil das ja zum Beispiel dann auch irgendwo einfach einen Kanal bietet.
00:21:55: Genau solche Anteile dann halt irgendwie.
00:21:57: Doch zu spüren oder
00:21:59: irgendwie diese Form von
00:00:00: Selbstunterdrückung dann halt zu kanalisieren.
00:00:00: Ja, bzw es zu lockern. Es ist ja oft eben in der Sucht und in dem Erleben dann von
00:22:09: den Zuständen in der Sucht, wo die Spannung kurzzeitig rausgeht.
00:22:13: Also es ist ja wie ein in eine andere Ebene gehen oder in ein anderes Empfinden kommen
00:22:19: aus einem Zustand, wo diese Spannung sehr deutlich ist und die Sucht quasi eine Möglichkeit,
00:22:26: die Spannung kurzzeitig zu lindern.
00:22:29: Und unser Professor hat immer gesagt Alkohol hemmt die Hemmungen.
00:22:33: Stimmt sicher. Also.
00:22:34: Muss ich an ein paar Menschen denken, wo ich wirklich sagen kann
00:22:38: 100 Prozentig?
00:22:40: Naja, aber das ist ja auch ne WHO wo ja auch oft. Zum Beispiel bei Familienfeiern.
00:22:44: Es beginnt harmlos und dann ganz fein, dann wird was getrunken und dann durch den
00:22:50: Alkoholkonsum auf einmal geht das Ganze,
00:22:53: kommt alles richtig schön nach oben
00:22:55: und dann kommt es auf den Tisch
00:22:56: oder eben auch das was zum Beispiel? Das geht ja in die andere Richtung. Auch wenn
00:23:01: der Alltag oft sehr, sehr fest und von fester Struktur geprägt ist, wo er dann oft
00:00:00: aber auch der leichte und lockere Teil deshalb gibt, glaube ich in vielen Familien,
00:23:11: denen ein Onkel oder sowas, der dann richtig lustig wurde und dann halt zum Mittelpunkt
00:23:15: jeder Familienfeier wird,
00:23:17: wenn er dann ein bisschen was getrunken hat und dann einen Witz nach dem anderen
00:23:21: raushaut oder so.
00:23:22: Also eben auch den Teil, der halt einfach
00:23:24: in der Alltagsenergie zu wenig
00:23:26: Platz bekommt. Tatsächlich? Ja.
00:23:28: Gut,
00:23:29: ich habe den Eindruck, es ist schon rund.
00:00:00: Das Erwachsenenalter
00:00:00: zumindest. Wir haben uns. Ja,
00:23:33: genau. Wir haben uns mal ein bisschen kürzer gehalten als bei der letzten Folge.
00:00:00: Ich hoffe, das ist in eurem Sinne.
00:00:00: Und dann werden wir in der nächsten Folge mehr auf die spätere Phase des Lebens eingehen
00:00:00: und freuen uns natürlich wieder sehr, wenn ihr mit dabei seid.
00:23:49: Einen schönen Tag und eine schöne Woche.
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